So erstellst du Angebote für Elektroarbeiten, die Aufträge gewinnen
Die meisten Elektriker kalkulieren ihre Angebote noch von Hand — eine Zahl, am Küchentisch hingekritzelt, Tage nach dem Vor-Ort-Termin per E-Mail geschickt oder am Telefon vorgelesen. Der Elektriker dagegen, der durch das Objekt geht, es erfasst und noch am selben Tag ein klares, aufgeschlüsseltes Angebot mit eigenem Branding übergibt, gewinnt den Auftrag. Hier steht, was ein modernes Elektro-Angebot enthalten sollte, wie du es kalkulierst und warum es besser ist, die Arbeit zu zeigen, statt sie nur zu beschreiben.
Angebot vs. Kostenvoranschlag — die richtige Wortwahl
Die beiden Begriffe sind nicht austauschbar, und der Unterschied ist rechtlicher, nicht kosmetischer Natur. Ein Kostenvoranschlag ist ein ungefährer Preis — eine wohlüberlegte beste Schätzung, die sich verschieben kann, sobald die Arbeit freigelegt wird. Ein Angebot ist ein Festpreis, der verbindlich wird, sobald der Kunde es annimmt, es sei denn, der Leistungsumfang ändert sich. Entscheide, welches von beiden du abgibst, kennzeichne es klar auf dem Dokument, und wenn es ein Angebot ist, mach deine Annahmen und Ausschlüsse ausdrücklich, damit eine Änderung des Leistungsumfangs offensichtlich eine Änderung des Preises ist.
Was jedes Elektro-Angebot enthalten sollte
Ein Angebot sollte detailliert genug sein, dass der Kunde genau versteht, was er freigibt, und dein Team genau versteht, was kalkuliert wurde. Setze jede Kostenposition in eine eigene Zeile, statt sie in einer einzigen Sammelzahl zu verstecken:
- Material, aufgeschlüsselt. Kabel (mit Querschnitt), Sicherungen, den Verteiler bzw. die Unterverteilung, Installationselemente, Unterputzdosen und Kabelkanäle — jeweils zu aktuellen Preisen. Eine pauschale „Material“-Zahl weckt Misstrauen; eine Liste schafft Vertrauen.
- Arbeitszeit zum Vollkostensatz. Kalkuliere die Stunden, die jede Aufgabe tatsächlich braucht, zu einem Satz, der deine Gemeinkosten trägt — nicht den nackten Stundenlohn. Lege Sätze je Rolle fest (Elektrofachkraft, Geselle, Auszubildender), damit du nicht jedes Mal einen Tagessatz neu berechnest.
- Genehmigungen, Anmeldung und Abnahme. Die Anmeldung bei Bauaufsicht oder Netzbetreiber ist die Position, die bei Privataufträgen am häufigsten vergessen wird. Berücksichtige Genehmigungsgebühren, Abnahmekosten und etwaige Entsorgungsgebühren für Altgeräte.
- MwSt., klar ausgewiesen. Wenn du umsatzsteuerpflichtig bist, sollte der Kunde die Steuerzeile und die Bruttosumme sehen — den vollen Preis, den er tatsächlich zahlt. Bei grenzüberschreitenden Aufträgen innerhalb der EU solltest du wissen, ob das Reverse-Charge-Verfahren greift.
- Bedingungen. Gültigkeitsdauer, Zahlungsplan sowie deine Angaben zu Zulassung und Versicherung.
- Ein Puffer für Unvorhergesehenes. Eine ehrliche Position für Nacharbeiten, die du erst siehst, wenn die Wand offen ist, ist besser als ein unangenehmes Gespräch mitten im Auftrag.
Aufschlüsseln — Transparenz gewinnt den Auftrag
Kunden, die „Verteiler-Erneuerung: 3.200“ sehen, sträuben sich stärker als Kunden, die denselben Auftrag aufgegliedert sehen in einen 200-A-Verteiler, zwanzig Sicherungen, acht Arbeitsstunden, die Genehmigung und das Kleinmaterial. Aufschlüsselung entblößt dich nicht — sie entkräftet den Einwand, bevor er geäußert wird, und sie hebt die Angebots-zu-Auftrag-Quote verlässlich an. Die Positionsdetails sind zugleich das, was dich schützt, wenn der Kunde später fragt „Warum so teuer?“: Die Antwort steht bereits auf dem Blatt.
Zeigen statt beschreiben — das visuelle Angebot
Der größte Wandel bei der Angebotserstellung ist, dass die stärksten Angebote heute visuell sind. Ein Hauseigentümer, der sieht, wo jede Steckdose, jeder Schalter, jede Leuchte und jede Kabelleitung verläuft — auf einem Foto seiner eigenen Wand oder einem Grundriss seines eigenen Zuhauses von oben — vertraut der Zahl auf eine Weise, die keine Tabelle erreicht. Ein klares, gebrandetes visuelles Angebot lässt einen Ein-Mann-Betrieb wie eine Firma zehnmal seiner Größe wirken, und dieser Eindruck ist oft der ausschlaggebende Faktor, wenn ein Kunde zwischen zwei ähnlichen Preisen wählt.
Hier verdient sich ein Planungswerkzeug seinen Platz im Servicewagen. Erfasse den Raum, platziere die Installationselemente normgerecht, führe die Kabel, lege den Stromkreisverteiler an — und die Zeichnung selbst wird zum Rückgrat des Angebots. Der Kunde gibt ein Bild seiner fertigen Installation frei, keine Textwand.
Vergiss Solar & Speicher nicht
Ein Solar-Angebot enthält Komponenten, die ein normales Elektro-Angebot nicht hat, und sie wegzulassen ist der Weg, auf dem Installateure Geld verlieren. Über Module und Montage hinaus gehören dazu der Wechselrichter und ein etwaiger Speicher, die DC- und AC-Verkabelung, der Schutz im Technikraum — DC-Trennschalter, Überspannungsschutz — und dessen Sicherungen sowie Inbetriebnahme und Dokumentation. Kümmere dich um die Netzanmeldung und, wo relevant, um den ermäßigten oder Null-MwSt.-Satz, der in vielen Ländern für Wohn-PV gilt. Ein Solar-Kunde, der drei Angebote vergleicht, belohnt jenes, das vollständig und gut lesbar ist.
Die Präsentation ist das Verkaufsargument
Dein Logo ist nicht dazu da, den Servicewagen zu verschönern — setze es an den Kopf jedes Angebots. Ein gebrandetes Dokument mit klarem Layout und Summen von Netto → MwSt. → Brutto, die sichtbar aufgehen, signalisiert einen organisierten, glaubwürdigen Betrieb und gibt dem Kunden einen Grund, dich statt des schludrigeren, billigeren Angebots zu wählen. Falte deine Marge niemals in eine einzige rätselhafte Zahl; kalkuliere das Material mit bereits im Einzelpreis enthaltenem Aufschlag, sodass jede Zahl auf dem Blatt aufgeht.
Nachfassen und deine Erfolgsquote verfolgen
Die Arbeit ist nicht erledigt, wenn du auf Senden tippst. Wisse, wie viele Angebote draußen sind, wie viele angenommen, wie viele abgelehnt wurden und wie hoch deine Erfolgsquote ist — denn das ist die Zahl, die dir sagt, ob du richtig kalkulierst. Elektriker, die ihre Pipeline verfolgen, kalkulieren mit der Zeit schärfer; wer Angebote ins Leere feuert, wiederholt dieselben Fehler.
Das visuelle Angebot ist der Unterschied. Zwei Elektriker kommen vorbei. Der eine mailt am Abend eine Zahl. Der andere übergibt einen Grundriss des Zuhauses mit eingezeichneten Steckdosen, Verteiler, Verkabelung und Solar, einen vollständig aufgeschlüsselten Preis, korrekt behandelter MwSt. und seinem Logo am Kopf. Gleicher Preis, anderes Ergebnis — fast jedes Mal.
Wie WireSketch aus einem Vor-Ort-Termin ein unterschriebenes Angebot macht
WireSketch ist genau für diesen Ablauf gebaut. Scanne das gesamte Zuhause in einem einzigen LiDAR-Rundgang, und es fügt jeden Raum zu einem einzigen Grundriss von oben zusammen. Entwirf die Installation jedes Raums auf Wandfotos, lege den Stromkreisverteiler an, führe die Verkabelung und plane das Solardach samt Systemtechnik. Dann verwandelt der Elektriker-Modus den ganzen Auftrag in ein gebrandetes, kalkuliertes Angebots-PDF — ein echtes Geschäftsbrief-Dokument mit deinem Logo, einer aufgeschlüsselten Positionstabelle (der Verteiler bis auf seine Sicherungen aufgegliedert, die Solaranlage bis auf ihre Komponenten) und Summen von Netto → MwSt. → Brutto. Die regionale MwSt. wird automatisch vorbelegt, mit Reverse-Charge-, Kleinunternehmer- und Export-Behandlung auf einen Tipp. Jedes Angebot, das du sendest, landet in einem Analyse-Dashboard: gesendet, angenommen, abgelehnt und die Erfolgsquote auf einen Blick.
Die Visualisierungen, die dein Kunde sehen will, und das kalkulierte Angebot, das er unterschreiben muss, kommen aus derselben App, aus demselben Vor-Ort-Termin — kein Neuzeichnen, keine separate Tabelle, kein Warten, bis du zurück am Schreibtisch bist.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen einem Elektro-Angebot und einem Kostenvoranschlag?
Ein Kostenvoranschlag ist ein ungefährer Preis, der sich ändern kann, sobald die Arbeit offengelegt wird. Ein Angebot ist ein Festpreis, der verbindlich wird, sobald der Kunde es annimmt — es sei denn, der Leistungsumfang ändert sich. Gib immer klar an, welches von beiden du abgibst, damit es später keinen Streit gibt.
Was sollte ein Angebot für Elektroarbeiten enthalten?
Aufgeschlüsseltes Material (Kabel mit Querschnitt, Sicherungen, den Verteiler, Installationselemente, Kabelkanäle) zu aktuellen Preisen, Arbeitszeit zu einem Vollkostensatz je Rolle, Anmelde- bzw. Genehmigungs- und Abnahmegebühren, klar ausgewiesene MwSt., Zahlungsbedingungen und Gültigkeit sowie eine Position für Unvorhergesehenes, das du erst siehst, wenn die Wand geöffnet ist.
Warum gewinnen visuelle Angebote mehr Elektroaufträge?
Ein Kunde, der sieht, wo jede Steckdose, Leuchte und Kabelleitung verläuft — auf einem Foto seiner eigenen Wand oder einem Grundriss seines eigenen Zuhauses — vertraut dem Preis weit mehr als einer nackten Tabelle. Ein visuelles Angebot mit eigenem Branding signalisiert einen professionellen, gut organisierten Betrieb und verbessert die Angebots-zu-Auftrag-Quote messbar.
Wichtig. Dies ist allgemeine Orientierung zur Angebotspraxis, keine Rechts-, Steuer- oder Konformitätsberatung. Preise, MwSt.-Behandlung, Anmeldeverfahren und Genehmigungspflichten unterscheiden sich je nach Land — bestätige sie vor Ort. WireSketch erzeugt ein Planungs- und Geschäftsdokument, keinen Konformitätsnachweis; alle Elektro- und Solararbeiten müssen von einer zugelassenen Fachkraft ausgeführt und zertifiziert werden.